Finanzen

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WG-Kasse

Eine WG-Kasse (In Form einer Kartonbox o.Ä.) ist insofern wichtig, da ihr im Zusammenleben schnell merken werdet, dass man Dinge des alltäglichen Gebrauchs gemeinsam finanzieren kann. Das betrifft zum Beispiel Spülmittel für die Spülmaschine, Mülltüten, Backpapier für den Ofen, Toilettenpapier, Reinigungslappen/mittel, Glühbirnen und Ähnliches. Zudem ist es empfehlenswert, eine Art Ordner anzulegen, der zur Buchführung dient. Es sollten Rechnungsbelege eingeheftet und entnommene Mittel mit Namen des Käufers und aufgerundeten Beträgen* notiert werden. So könnt ihr verfolgen, wo ihr euer Geld gelassen habt und sogar ungefähr einschätzen, wie hoch der Betrag sein muss, den später jeder von euch gleichzeitig nachschießen muss.

Zum Beispiel können drei Personen zu einem festgelegten Zeitpunkt je zehn Euro in die gemeinnützige Kasse einzahlen. Nachdem die Kasse nach einigen Monaten leer sein wird, können wiederum zehn Euro von jedem eingelegt werden und so fort. Sollte ein Mitbewohner irgendwann ausziehen, bekommt er ein Drittel des Inhalts der Kasse.

*Aufgerundete Beträge deshalb, weil ihr sicher aus eurer eigenen Tasche bezahlt und durch die Kasse entschädigt werdet. In der Kasse fehlt sicherlich der ein oder andere Cent, euch komplett zu entschädigen.

Bankverbindungen

Anlegen eines Kontos bei der Bank

Legt euch ein gemeinsames WG-Bankkonto an! Miete, Internetkosten sowie Stromkosten können dann zentral über ein Konto laufen. Das hat den Vorteil, dass einer nicht unbedingt den Hut aufhaben muss bzw. die Rechnungen auch nicht unübersichtlich auf einige Mitbewohner zu überweisen sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass ihr bei sämtlichen Strom-oder Internetverträge keinen braucht, der seine Unterschrift auf den Vertrag setzt.
Man kann ein Girokonto kostenfrei über einer eurer Hausbanken beantragen und unter den Namen aller Mitbewohner führen. Fakt ist, dass es sich lohnt, wenn ihr eine klare Übersicht über eure Ausgaben haben wollt! Von einer EC-Karte ist jedoch abzuraten.

Allgemeine Kosten einer WG

Neben Hingabe und dem gegenseitigen Dienst aneinander kostet das WG-Leben natürlich auch Geld. Für einen Studenten belaufen sich die höchsten zusammenhängenden Ausgaben im Monat auf die Miete, gefolgt von Strom-und Heizkosten, Internet und Sonstige.

Miete

Die Miete sollte generell immer gegen Ende des Monats im Konto des Vermieters landen, und zwar nicht gestückelt! Meist wird der Betrag von einem eurer Konten, oder dem empfohlenen WG-Konto, zu Beginn des Monats abgebucht. In der Kreide steht ihr natürlich dann, wenn ihr das Geld nicht aufwenden konntet oder vergessen habt, selbiges zu überweisen! Dem Vermieter kümmert es wenig. Wenn euer Konto nun überzogen wird, habt ihr zunächst ein Problem mit eurer Bank, nicht mit eurem Vermieter.

Um ein Wort über die WG-Preise zu verlieren, ist anzumerken, dass bekanntlich die Lage einer Immobilie für den Makler (=Vermieter) eine große Rolle spielt. Neben der Frage ob in-der-Stadt-gelegen-oder-nicht kommt der Faktor Ost oder West-Deutschland hinzu. Die Mietpreise sind bundesweit am Steigen; da macht ein Vermieter auch vor Studenten und WGs sicher kein halt. Es ist zudem auch kein Geheimnis, dass wenige Vermieter WGs in ihren Mietshäusern mögen. WGs sind dreckig, laut und stören Mitbewohner. Der bürokratische Aufwand ist hoch, denn viele Studenten halten nicht mal ihre drei Jahre in einer WG durch. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum Vermieter junge Familien in ihren Wohnungen bevorzugen – Die finanzielle Situation der Kunden ist zum einen stabiler, zum anderen gehören sie zum langfristigen Kundenstamm. Wenn ihr also gedenkt, eine neue WG zu gründen, dann müsst ihr wohl ein wenig drum kämpfen und das Image von WGs revolutionieren.

Überweisung der Miete

Ihr könnt per online-banking Daueraufträge bezüglich Miete, Strom und Internetkosten erstellen. Das ist jedoch Typ-Sache. Wenn ihr eure Finanzen lieber flexibel unter Kontrolle haben wollt, dann lasst es erstmal sein! Gerade in den ersten Monaten eurer Unabhängigkeit (Beginn des Studiums z.B.) würde ich zunächst schauen, wie ihr am Ende des Monats dasteht.

Über das vorgeschlagene Sammelkonto wird das Geld meist automatisch abgebucht!

Internet

Die Internetkosten sind meist geringere Kosten. Wer über 20 oder 30 Euro bezahlt, sollte sich schon nochmal genauer umsehen. Es sind meist kleine Anbieter da draußen, die die Richtigen Knüller am Start haben. Wichtig ist aber dennoch, auch hier mal die Nachbarn oder Freunde zu fragen. Meist ist das Beste nämlich schon im Umlauf. Stürzt euch also keineswegs in Verträge, die Freimonate versprechen – Diese sind nämlich meist unflexibel und somit für eure WG-Situation ungünstig. Fakt ist, auch in Internetangelegenheiten kann man sparen!

Storm-und Heizkosten

Die Strom-und Heizkosten sind vor allem durch eines zu regulieren: das richtige Konsumverhalten. Ihr kommt so billig wie möglich, wenn ihr festlegt, wie die Wohnung wann geheizt werden soll und durch Regelungen, dass eben nach 12 Uhr nachts kein Strom mehr genutzt wird, außer am Ladekabel eurer Handys. Den perfekten Anbieter werdet ihr sicher nicht finden, denn preislich sind sehr wenige Unterschiede auf dem Markt zu finden. Auch könnte man Glühbirnen mit dem Energielabel A, A+, A++ bevorzugen, um die Kosten ein wenig zu senken. Ich möchte euch auch nicht abhalten, Strommessgeräte zu installieren, wenn ihr darauf besteht. Zu eurer Information: Der größte Stromverbrauch liegt bei technischen Geräten, wie PC und dergleichen; danach folgt schon Beleuchtung. Schaut euch also im Netz mal weiter um! Ihr spart nicht nur Geld durch euer Bemühen, sondern schont auch noch die Umwelt.

Größere Investitionen

Größere Investitionen sind zum Beispiel der Staubsauger, die Waschmaschine, die Küche oder allgemeinnütziges Möbel. Eine Variante wäre, diese Dinge gemeinsam zu kaufen und im Falle eines Auszuges einer Person im Sinne der sogenannten „linearen Abschreibung“ zu berechnen, was nach Benutzung des Gegenstandes an den Mitbewohner noch auszuzahlen ist.

Exkurs Lineare Abschreibung

Lineare Abschreibung bezeichnet eine bestimmte Berechnungsart, welche den Restwert nach Nutzung eines Gerätes oder anderen Gegenstands festlegt. Linear deshalb, weil proportional abgeschrieben wird.

Beispiel 3er WG, Waschmaschine:

Kaufpreis Waschmaschine: 6000 Euro

Anteil / Mitbewohner bei Kauf: je 2000 Euro

Berechnung Abschreibungswert

  • Lebensdauer einer Waschmaschine im Durchschnitt: 10 Jahre
  • Berechnung des Abschreibungswertes: 5000 : 10 = 500

Wert der Waschmaschine nach 3 Jahren

Jahr Abschreibung (in Euro) Restwert (in Euro)
0 0 5000
1 500 4500
2 500 4000
3 500 3500

Nach drei Jahren ist die Waschmaschine noch ungefähr 3500 Euro wert (ohne, dass Reparaturen o.Ä. notwendig waren).

  1. Im Falle, dass ein Mitbewohner auszieht, bekommt er ungefähr 1166, 70 Euro von seinen Mitbewohnern zurück. Für die Zeit der Nutzung der Waschmaschine hat er also bezahlt.
  2. Im Falle, dass ein Mitbewohner auszieht und die Waschmaschine mitnehmen möchte, muss er insgesamt 2333,30 Euro an die anderen Mitbewohner zahlen.

Im Fall 1) muss der Nachfolger des Mitbewohners für die Verwendung der Waschmaschine den abgeschriebenen, ausgezahlten Wert, welcher der Vormieter bekam, an die Mitbewohner zahlen. Das heißt 1166,70 Euro.

Falls die (Wasch)Maschine die durchschnittlichen Lebensjahre (hier 10) übersteigt, wird der Wert der Waschmaschine natürlich mathematisch null. Hier könnte man zum Beispiel einen sogenannten „historischen Wert“ einführen. Der könnte, beispielhaft 1/10 des Abschreibungswertes sein. In diesem Falle also 50 Euro.

 

 

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23. Juli 2016 / von / in

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